Omas Lieblingsgerichte schmecken auch heute

31 Frauen beim Jubiläums-Kochabend des KDFB Luhe

Luhe. Dass Omas Lieblingsgerichte auch heute noch schmecken, stellte sich beim Jubiläums-Kochabend des Katholischen Frauenbundes Luhe schnell heraus. „Kochen wie vor 100 Jahren“ lautete das Motto des Abends, der im Rahmen des Jubiläumsprogramms 100 Jahre KDFB Luhe im Pfarrheim St. Martin stattfand. 31 Frauen unterschiedlichen Alters interessierten sich für die Zubereitung von Gerichten, die sie aus Kindertagen von Omas Küche her kannten.

Im Namen des Vorstandsteams begrüßte Rita Gleißner besonders die Referentin, Hauswirtschaftsmeisterin Roswitha Reil aus Michldorf, die alles bestens organisiert und vorbereitet hatte. Sie stellte zuerst die einzelnen Gerichte vor und wies darauf hin, dass es früher nur selten Fleisch gab, dafür sehr viele Speisen aus Kartoffeln, Mehlspeisen und Gemüse aus dem Garten. Unter ihrer Anleitung wurden dann zehn verschiedene Gerichte zubereitet. In der Pfarrheimküche und im Saal wurde eifrig geschält, geschnipselt, gekocht und gebruzzelt.

Nach zwei Stunden war es so weit: Die Frauen durften Pastinakensuppe, saures Kartoffelgemüse, Eier in Senfsoße, Kohlrabigemüse, Gelbe-Rüben-Salat und Kartoffelkas probieren und genießen. Besonders gut kamen der „Bröslbart“ und „Himmel und Erde“ an. Der Höhepunkt folgte zum Schluss: Frisch ausgebackene Quarkboller mit Zimt und Zucker! Hmmmmm!!!

 

Kinder entdecken den Wald

Spannender Nachmittag für 45 Buben und Mädchen

Luhe. Auf große Resonanz stieß die Ferienaktion des Katholischen Frauenbun-des Luhe. 45 Kinder aus Luhe, Neudorf und Oberwildenau trafen sich am Dienstagnachmittag am Wildgehege am Forst, um mit Jäger Jürgen Lehnert einen spannenden Waldspaziergang zu unternehmen. Ausgerüstet mit orangen Westen des Jagdverbandes marschierten sie los, um verschiedene Baumarten und im Wald lebende Tiere, wie zum Beispiel Dachs, Wiesel, Iltis, Rehkitz und Eichelhäher zu entdecken. Jürgen Lehnert hatte auch ein Wildschweinfell und verschiedene Geweihe am Weg versteckt und erzählte den kleinen Naturfor-schern viel Interessantes über die Tiere und den Wald. In mitgebrachten Ei-mern durften die Kinder Naturmaterialien sammeln und anschließend unter der Anleitung von Luise Köllner daraus Bilder gestalten. Mitglieder des KDFB-Führungskreises begleiteten die Kinder beim Waldspaziergang und bewirteten sie abschließend mit Brezen, Wienern und Eistee. Jürgen und Steffi Lehnert überreichten den Kindern als Andenken noch eine Papiertasche des Jagdverbands mit Mal- und Bastelbüchern und Informationsmaterial.

100 Jahre Katholischer Frauenbund Luhe

von Rita Gleißner

Luhe. Mit einem großen Fest feierte der KDFB Luhe am Sonntag, 2. Juni 2019, seinen 100. Geburtstag. Das Vorstandsteam mit Rita Gleißner, Rita Hösl, Petra Irlbacher und Luise Köllner hatte diesen besonderen Tag in der Vereinsgeschichte zusammen mit dem Füh-rungskreis liebevoll und umsichtig vorbereitet.
Die Sonne strahlte vom Himmel, als sich die Vereine um 8.30 Uhr am Pfarrheim zum Kirchenzug aufstellten. Vom Bezirk Weiden waren die KDFB-Zweigvereine Pirk, Schirmitz, Rothenstadt, Neunkirchen, Weiden St. Konrad und Oberviechtach mit ihren Fahnenabord-nungen nach Luhe gekommen und natürlich der Patenverein aus Oberwildenau.

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Von den kirchlichen und weltlichen Vereinen der Pfarrei waren die Katholischen Männer Luhe, die KLJB, Kolping, die KAB Oberwildenau, die Frauengruppe Neudorf, der Männer-gesangverein Lyra und die Freiwillige Feuerwehr Luhe vertreten.

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Angeführt von der Blaskapelle Oberwildenau zog man bei sommerlichen Temperaturen zur festlich in den KDFB-Farben geschmückten Pfarrkirche St. Martin, wo die Mitfeiernden mit Orgel- und Trompetenklängen (Noah Käs) begrüßt wurden. Der Kirchenchor unter der Leitung von Ulrike Schwab gestaltete den Gottesdienst mit modernen geistlichen Liedern.image007

Pfarrer Arnold Pirner hieß alle Festgäste herzlich willkommen, besonders Diözesanvorsitzende Karin Schlecht aus Kösching und Diözesanbeirat Dr. Jakob Seitz aus Windberg, Bezirksvorsitzende Margit Konze aus Weiden, Bürgermeister Dr. Karl-Heinz Preißer, sowie alle Vereine.

Zu Beginn der Feier segnete der Geistliche Beirat des KDFB Luhe die Jubiläumskerze, die Maria Lehnert ebenso wie eine neue Kerze für die Verstorbenen der Gemeinschaft gestaltet hatte. Nach einem Gebet wurde die Jubiläumskerze von Petra Irlbacher entzündet.image009image011

 

Ein Höhepunkt des Festgottesdienstes war anschließend die Segnung der neu restaurierten Standarte des KDFB Luhe, die Fahnenträgerin Barbara Schwandner voller Stolz trug.

image013Pfarrer Arnold Pirner zelebrierte den Festgottesdienst gemeinsam mit Diözesanbeirat Dr. Jakob Seitz, der die Festpredigt hielt.

 

 

 

Als Einstieg in die Predigt buchstabierten die Führungskreismitglieder des KDFB Luhe das Wort „FRAUENBUND“ und erläuterten zu jedem Buchstaben die Bedeutung für die Gemeinschaft, z. B. „F- Frauen“ – christliche und im Glauben verwurzelte, junge und ältere, spontane und nachdenkliche, allein lebende und verheiratete, hilfsbereite und zupackende, begeisterte und engagierte Frauen schließend sich zusammen zu einer frohen Gemeinschaft. Sie teilen Ideen, Sorgen und Freuden miteinander. Sie bringen sich mit ihren Fähigkeiten ein in Kirche und Pfarrgemeinde, um so Gottes Liebe und Hoffnung spürbar zu machen.“

 

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Die Frauenrechtlerin Ellen Ammann, die 1911 in Bayern den Frauenbund gründete, habe mehr als das eigene Wohlbefinden im Sinn gehabt, stellte Pater Jakob in seiner Predigt fest. In ihrem Wind-schatten und im Jahr der Einführung des Frauenwahlrechts hätten mutige Frauen in Luhe 1919 den Frauenbund gegründet. Man solle mit Stolz und Dankbarkeit auf diese 100 Jahre zurückschauen, so Pater Jakob, in denen sich Frauen für Frauen, für die Menschen, für die Sache Jesu eingesetzt haben, aktiv oder leise im Hintergrund. Daher gelte es auch künftig, Räume weit zu machen, sich für benach-teiligte Menschen einzusetzen, deren Räume durch das Alter, durch Krankheit, durch sprachliche Barrieren eng geworden sind. Die Frauen sollten auch in der Zukunft die Mund aufmachen, wenn jemand diese Räume klein machen oder infrage stellen wolle, und weiterhin Menschlichkeit und Herzenswärme ausstrahlen, die die Gesellschaft heute mehr denn je brauche.

Zu den Fürbitten brachte das Vorstandsteam zusammen mit der ehemaligen Vorsitzenden Maria Lehnert die Symbole Frauenbundschal, Globus, Bibel, Kräuterbuschen und eine Rose für die Ver-storbenen der Gemeinschaft vor den Altar.

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Beim Hochgebet wurde für die verstorbenen Mitglieder gebetet. Zum Gedenken an sie entzündete Rita Hösl die neue Totenkerze.

Nach dem Gottesdienst marschierte man mit Blasmusik zum festlich geschmückten Pfarrheim.

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Das Trio Z’sammg’stimmt – die drei Frauenbundfrauen Rita Gleißner, Ulrike Schwab und Resi Lorenz, begrüßte die Festgäste musikalisch schwungvoll mit dem Lied „Grüß Gott, liabe Leit, beim Frauenbund heit! Mia feiern heit 100 Jahr“, das Rita Gleißner ebenso wie alle anderen Lieder extra für den Anlass getextet hatte.

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image031image029Das Pfarrheim war bis auf den letzten Platz gefüllt, als das Vorstandsteam anschließend alle Ehren- und Festgäste willkommen hieß, darunter alle KDFB Mitglieder, Diözesanvorsitzende Karin Schlecht, Diözesanbeirat Pater Jakob, Pfarrer Arnold Pirner, die Bezirksvorstandschaft mit Margit Konze, Martha Urban und Renate Bayerl, Bürgermeister Dr. Karl-Heinz-Preißer, den Patenverein KDFB Oberwildenau, die Frauengruppe Neudorf und die kirchlichen Vereine der Pfarrei Luhe.

 

 

 

 

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Die Festansprache hielt Diözesanvorsitzende Karin Schlecht. Sie stellte darin die Aufgaben und die Bedeutung des Katholischen Frauenbundes sehr anschaulich dar und übergab dem Vorstandsteam einen Jubiläumsscheck.

 

 

 

 

 

image035Einer der Höhepunkte der Jubiläumsfeier war eine „Zeitreise“ in die 100jährige Geschichte des KDFB-Zweigvereins Luhe. Rita Gleißner hatte aus den alten Chronikbüchern prägnante Ereignisse zu jedem Jahr der Vereinsgeschichte heraus-gesucht. Daraus ergab sich ein sehr interessanter und lebendiger Rückblick, den das Vorstandsteam abwechselnd vortrug und dafür viel Applaus erntete. Die älteren Mitglieder konnten sich dabei an vieles von früher erinnern.

Anschließend ehrte das Vorstandsteam die 5 noch lebenden ehemaligen Vorsitzenden des KDFB Luhe: Betty Stangl (1970-1978), Katharina Schwab (1978-1990), Christa Frimberger (1990-2002), Resi Friedl (2002-2010 im 3-er-Team) und Maria Lehnert (2002-2010 im 3-er-Team, 2010-2018 als alleinige 1. Vorsitzende). Alle 5 Frauen erhielten zum Dank für ihren großen und prägenden Einsatz zum Wohl des KDFB Luhe eine Orchidee.

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In den Grußworten gratulierten Bezirksvorsitzende Margit Konze, Pfarrer Arnold Pirner, PGR-Sprecherin Ulrike Duschner, Bürgermeister Dr. Preißer und Angelika Röschl für den Patenverein Oberwildenau zum 100jährigen Jubiläum.
Pfarrer Arnold Pirner überreichte allen Führungskreismitgliedern eine Rose als Zeichen des Dankes für ihr großes Engagement und dankte dem Frauenbund für viele wertvolle Dienste in der Pfarrei.

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PGR-Sprecherin Ulrike Duschner dankte besonders dem Vorstandsteam für die vielen Mühen und übergab an Rita Gleißner, Rita Hösl, Petra Irlbacher und Luise Köllner Geschenke.
Der KDFB Oberwildenau wünschte weiterhin ein gutes Miteinander und überreichte ein großzügiges Präsent.

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Mit dem Lied „Vergelt’s Gott“, in dessen Text das ganze Jahresgeschehen im Frauenbund vorkam, beschloss das Trio Z’sammg’stimmt das offizielle Programm. Nach dem gemeinsamen Tischgebet wurde das Mittagessen serviert.

Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein am Nachmittag wurden bei Kaffee und Kuchen viele Erinnerungen an frühere Zeiten und gemeinsame Aktionen ausgetauscht. Alle freuten sich über die gelungene Jubiläumsfeier und über zwei besondere Torten, die Maria Lehnert und Anna Müller eigens für das große Fest gebacken und gestaltet hatten.

 

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Jubiläumstorte
von
Maria Lehnert 


      

 

 

 

 

 

 

 

Jubiläumstorte
von
Anna Müller 

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So ein Tag – so wunderschön wie heute …

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Jubiläumswallfahrt zum Bogenberg

und Besuch in Straubing

Am Samstag, 13. Juli, führte der Jubiläumsausflug des KDFB Luhe zuerst zum „Heiligen Berg Niederbayerns“, dem Bogenberg, und dann in die Gäuboden-Metropole Straubing.
41 Frauen und Männer brachen um 8 Uhr in Begleitung von Geistlichem Beirat, Pfarrer Arnold Pirner, der den Reisesegen erteilte, mit dem Bus nach Niederbayern auf. Rita Gleißner hatte alles umsichtig organisiert. Trotz einiger dunkler Wolken am Himmel blieb es die meiste Zeit trocken, so dass die Regenschirme erst am Nachmittag bei einem kurzen, aber heftigen Regenschauer, zum Einsatz kamen.
Im Bus betrachtete Pfarrer Pirner mit den Teilnehmern Geschehnisse aus dem Leben Marias und man betete dazu gemeinsam einige Rosenkranzgesätze. Natürlich kam auch die Unterhaltung nicht zu kurz, so dass die Zeit wie im Flug verging. Pünktlich um 10 Uhr erreichte man die Wallfahrtskirche am Bogenberg, in der besonders das Gnadenbild der schwangeren Muttergottes verehrt wird. Dort feierte die Gruppe mit dem Geistlichen Beirat einen feierlichen Gottesdienst, dem das „Trio Z’sammg’stimmt“ mit Ulrike Schwab, Rita Gleißner und Resi Lorenz eine besondere musikalische Note verlieh. Der harmonische Zusammenklang ihrer Stimmen kam bei der herrlichen Akustik in der ältesten Marienwallfahrtskirche Bayerns besonders eindrucksvoll zum Tragen. Ulrike Schwab begleitete zudem die Gesänge der Pilger auf der Orgel.
Bei den Fürbitten, die Petra Irlbacher und Luise Köllner sprachen, wurde besonders für die verstorbenen Mitglieder des KDFB Luhe und um eine gute Zukunft des Zweigvereins gebetet.
Nach dem Gottesdienst begrüßte Pater Marek die Pilger und freute sich über den Besuch aus der Oberpfalz. Er hatte ja einige Jahre in Neustadt/WN im Kloster St. Felix verbracht, bevor er als Guardian und Wallfahrtsleiter auf den Bogenberg kam. Bischof em. Gerhard Ludwig Müller hatte dort 2012 ein Kloster gegründet und dafür die polnischen Franziskaner-Minoriten auf den „Heiligen Berg“ geholt. Pater Marek wusste auf humorvolle Art viel Interessantes über die Wallfahrt und das Gnadenbild zu berichten, das einst auf der Donau angeschwommen war. Seitdem pilgern viele Gläubige zur Muttergottes auf dem Bogenberg in vielen verschiedenen Anliegen. Paare beten besonders um Kindersegen. Pater Marek konnte auch von einigen Gebetserhörungen in jüngster Zeit berichten.
Etwas ganz Besonderes ist die Holzkirchner Kerzenwallfahrt, die seit Jahrhunderten alljährlich an Pfingsten auf den Bogenberg führt. Sie geht zurück auf ein Gelübde im Zusammenhang mit einer Borkenkäfer-Plage. Dabei wird eine 13 Meter lange Holzstange, die mit Wachsschnüren umwickelt ist, 2 Tage lang zu Fuß mitgetragen, zunächst waagrecht, und dann auf dem letzten Stück, vom Stadtplatz in Bogen bis hinauf zur Wallfahrtskirche, senkrecht.
Dafür müssen die starken Männer, die sich daran beteiligen, mehrere Wochen vorher regelmäßig üben, damit ja nichts passiert; sagt man doch, dass etwas Schlimmes passieren wird, wenn die Kerze umstürzt oder abbricht. Zuletzt geschah das 1914 und 1939, also vor dem Beginn der beiden Weltkriege.
Besonders beeindruckt war die Pilgergruppe auch vom herrlichen Rundblick, der sich vom Bogenberg weit in die Donauebene und auf den Gäuboden hinaus bietet. Bei idealem Wetter kann man von dort sogar die Alpenkette sehen.
Nach der interessanten Führung durch Pater Marek freuten sich alle auf das Mittagessen im Gasthof „Zur schönen Aussicht“, gleich unterhalb der Wallfahrtskirche. Anschließend fuhr man weiter nach Straubing und besichtigte bei einer Führung in zwei Gruppen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten:

Den historischen Stadtplatz mit imposanten Giebeln und dem Stadtturm, die erst jüngst renovierte, herrliche Jakobskirche, die fast einem Dom gleicht, die Karmelitenkirche mit dem Gnadenbild „Maria in den Nesseln“ und den einzigartigen Römerschatz im Gäubodenmuseum. Nach soviel Kultur freuten sich alle auf eine Einkehr im berühmten Cafe Krönner, das für die original „Agnes-Bernauer-Torte“ bekannt ist. Eine Kostprobe davon ließ sich fast niemand entgehen. Dann blieb noch Zeit für einen gemütlichen Stadtbummel, bei dem dann Petrus doch noch kurz, aber heftig, die Schleusen öffnete. Zum Abschluss besuchte die Gruppe noch den historischen Friedhof St. Peter mit der romanischen Kirche, den Kapellen und den uralten, mit Moos überzogenen Grabsteinen. Ein mystischer Ort, an dem die Zeit scheinbar stehen geblieben ist. Nach der Rückfahrt über die B 22 kam man wie geplant um 19 Uhr wieder in Luhe an. Der Bus legte gleich einen Stopp am Koppelberg ein, wo einige Teilnehmerinnen beim Fest noch Brotzeit machten.  Alle freuten sich über den schönen Jubiläumsausflug mit interessanten Zielen und über die Stunden in froher Gemeinschaft.

Der lange Weg zur Gleichberechtigung

Vortrag beim KDFB Luhe

Luhe. (rgl) Der Katholische Frauenbund Luhe feiert im Jahr 2019 sein 100jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass fand ein hochinteressanter Vortrag über „100 Jahre Geschichte der Frauen“ im Pfarrheim statt, der auf große Resonanz stieß.

Rita Gleißner begrüßte im Namen des Vorstandsteams über 50 Frauen und Geistlichen Beirat Pfarrer Arnold Pirner. Sie freute sich, dass auch Frauen von den Zweigvereinen Oberwildenau, Rothenstadt und Weiden St. Johannes nach Luhe gekommen waren. Ihr besonderer Gruß galt der stellvertreten-den Bezirksvorsitzenden Marta Urban und der Referentin, Historikerin Irmgard Herzog-Deutscher aus Schierling. Gleißner erinnerte an die Einführung des Frauenwahlrechts im Jahr 1919, in dem auch der KDFB-Zweigverein Luhe gegründet wurde. Dass beim Thema „Gleichberechtigung“ trotz großer Fortschritte noch längst nicht alles „in Butter“ ist, so Gleißner, beweise jedoch die Notwendigkeit eines „Equal-Pay-Days“. Außerdem sei die Zahl der Frauen in der Politik sogar rückläufig und die meisten Führungspositionen in der Wirtschaft seien nach wie vor von Männern besetzt. Auch in der Kirche gebe es immer noch kaum Frauen in führenden Positionen. Es gebe also noch viel zu tun.
Irmgard Herzog-Deutscher berichtete in ihrem fesselnden Vortrag über die Frauenbewegung des
19. Jahrhunderts und den gesellschaftlichen Umbruch nach dem Ersten Weltkrieg, der schließlich dazu führte, dass das lange erkämpfte Wahlrecht für Frauen 1919 in Deutschland eingeführt wurde.
Das 20. Jahrhundert habe das Leben der Frauen in allen Bereichen so nachhaltig und schnell verändert wie kaum eine andere Epoche.
Mit der Französischen Revolution und deren Forderung nach „Freiheit, Gleichheit und Brüderlich-keit“ wurden auch die Rechte der Frauen zum Thema. Doch auf die Ideen der Aufklärer und Revo-lutionäre folgte in der Biedermeier-Epoche  ein Rollenkonzept, das der Frau die Bereiche „Kinder, Küche, Kirche“ zuwies, während die Männer das öffentliche Leben dominierten. Die fortschreitende Industrialisierung und damit verbundene wirtschaftliche Notwendigkeiten stellten dieses Rollen-modell jedoch mehr und mehr in Frage. Das aufblühende Vereinsleben in den Jahren zwischen 1830 und 1840 ermöglichte ein immer stärkeres gesellschaftliches Engagement der Frauen. Obwohl die politische Betätigung von Frauen verboten wurde, entstanden zahlreiche Frauenvereine, die neben sozialen Zielen und dem Recht auf Bildung vermehrt auch den Anspruch auf politische Teilhabe und rechtliche Gleichstellung verfolgten. Erst ab 1908 konnten Frauen Mitglied in politischen Parteien werden.
Nach der Revolution im November 1918 und der Ausrufung der Republik kam schließlich das demo-kratische Wahlrecht. Bei der ersten Wahl zur Deutschen Nationalversammlung am 19.01.1919 hatten Frauen erstmals das aktive und passive Wahlrecht. Der Frauenanteil der Abgeordneten lag damals bei 9,7 % - ein Wert, den der Deutsche Bundestag erst 1983 wieder erreichen sollte.
Die Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 bedeutete für die erste Frauenbewegung in Deutschland das Ende. Die NS-Ideologie verwies die Frauen auf die sogenannten „weiblichen Gebie-te“; das passive Wahlrecht wurde ihnen abgesprochen.
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs musste sich die Frauenbewegung wieder neu erfinden und geriet in den Sog des Ost-West-Konflikts; ostdeutsche und westdeutsche Frauen gingen von nun an ge-trennte Wege.
Ein Meilenstein für die Frauen, so die Referentin, sei die Leistung der „vier Mütter des Grundgesetzes“, allen voran Elisabeth Selbert, gewesen, denen es gelungen war, die volle Gleichbe-rechtigung der Frauen auf allen Gebieten verfassungsrechtlich festzuschreiben. Irmgard Herzog-Deutscher stellte die wichtigsten Persönlichkeiten der Frauenbewegung exemplarisch vor, die mutig und couragiert für die Rechte der Frauen gekämpft hatten.

Es sollte allerdings noch bis in die 1970er Jahre dauern, bis die gesetzliche Gleichberechtigung auch in die Tat umgesetzt werden konnte. So benötigten Frauen noch bis 1977 die Unterschrift des Ehemannes, wenn sie einen Arbeitsvertrag abschließen wollten.
Zum Abschluss zitierte die Referentin Rita Süßmuth, die ehemalige Präsidentin des Deutschen Bundestages. Sie hatte in der Feierstunde „100 Jahre Frauenwahlrecht“ festgestellt: „Wir sind zwar in der Gegenwart angekommen, aber noch nicht in einer zufriedenstellenden Gegenwart.“

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