St. Nikolaus kommt in die Kirche

Luhe. (rgl) Am Abend des 6. Dezember feierte die Pfarrei Luhe in der Pfarrkirche einen Gottesdienst zu Ehren des Bischofs Nikolaus. Normalerweise versammeln sich die Gläubigen am seinem Namensfest in der Wallfahrtskirche am Koppel berg, die dem heiligen Nikolaus geweiht ist; wegen der Corona-Abstandsvorschriften hätten dort aber nur sehr wenige Gläubige mitfeiern können.

So feierte man das Patrozinium eben ausnahmsweise in der Luher Pfarrkirche. Pfarrer Arnold Pirner predigte über den großen Heiligen der Nächstenliebe, aus dessen Leben nicht sehr viel überliefert ist. Sicher sei, dass er als Bischof von Myra im Jahr 325 am Konzil von Nizäa teilnahm und dort vehement gegen die Irrlehren des Arius auftrat, der die Gottessohnschaft Jesu leugnete.

Nikolaus sei ein ganz volkstümlicher Heiliger, dessen Gestalt von vielen Legenden umrankt sei. Alle zeigten ihn als einen Freund der Menschen. Seine Güte und Hilfsbereitschaft seien auch nach 1.700 Jahren unvergessen. Immer wieder habe sich Nikolaus als Retter in der Not erwiesen; das habe ihm die Zuneigung der Menschen eingebracht. Er habe durch sein Leben und Handeln die Liebe Gottes zu den Menschen deutlich gemacht. Heute das Fest dieses Heiligen zu feiern, bedeute, sich anstecken und entzünden zu lassen von der Liebe, die Nikolaus erfüllt habe. „Was zählt, sind nicht große und schöne Worte! Was zählt, ist die konkrete, praktische Liebe“, so der Geistliche. Zuhören, ein freundlicher Gruß, ein Besuch, ein Anruf, eine Spende, ein Zeichen der Verbundenheit, Zeit haben für jemand – das seien Werke der Barmherzigkeit, auf die es am Ende ankomme.

Die Fürbitten sprachen zwei Kommunionkinder. Rita Gleißner gestaltete den Gottesdienst mit modernen Adventliedern, begleitet auf der Gitarre. Sie begrüßte am Ende der Feier auch den Bischof Nikolaus mit einem Lied, als er in die Kirche einzog. Die Orgel spielte Johann Spindler.

Nikolaus wandte sich sodann in Versform an die versammelte Gemeinde:

„Der Gottesdienst heute wurde also in die Pfarrkirche verlegt,
weil es hier platzmäßig etwas besser steht.
Die Pandemie hat Euch nun schon 9 Monate im Griff,
manche Menschen fühlen sich wie auf einem sinkenden Schiff.
Kontaktbeschränkung, Lüften und AHA –
alle Leute sind mit Masken da.
Genügend Abstand in den Bänken,
der Ordnungsdienst muss die Besucherströme lenken.
An der Kirchentür zuerst mal die Hände desinfizieren,
und dann zu den Plätzen mit Punkt flanieren.
Die Gesichter kann man kaum entdecken,
weil sie sich hinter Mützen und Schnutendeckeln verstecken.
Wegen der Aerosole sollt Ihr beim Gottesdienst auch nur wenig singen,
durch die Masken tut der Gesang sehr gedämpft dann klingen.
Ministranten gibt es jetzt nur zwei an der Zahl,
das Abstandsgebot lässt keine andere Wahl.
Für die Weihnachtsgottesdienste braucht Ihr sogar Karten,
damit nicht viele umsonst auf Einlass an der Kirchentür warten.
Doch was hilft das Jammern und das Klagen –
Ihr müsst diese schwere Zeit halt doch tapfer ertragen.

Euch tröstet die Gemeinschaft bei Gottesdienst und Gebet,
und die Zuversicht, dass das Leben irgendwann wieder normal weitergeht.
Ihr seid ja auch eine sehr innovative Pfarrei,
und stellt Eure Gottesdienste jeden Sonntag bei Youtube ein.
Wer sich wegen Corona nicht in die Kirche traut,
sich nun daheim im Wohnzimmer den Gottesdienst anschaut.
Doch dabei sollt Ihr auch daheim andächtig beten und singen,
und nicht dazu die Kaffeetassen schwingen!
Per Livestream kommt die Kirche zu den Gläubigen ins Haus,
und Eure 2 Techniker lassen keine Chance aus,
um die Technik, das Bild und den Ton zu optimieren,
und so den Gläubigen auf Youtube alles perfekt zu präsentieren.

Als Bischof von Myra hatte ich ein Herz für Kinder und Menschen in Not,
und tat, was die Nächstenliebe in der Nachfolge des Herrn mir gebot.
Auch heute gibt es viel Not und Leid,
auf der Welt hier herunten in dieser schlimmen Corona-Zeit.
Haltet deshalb Eure Augen offen,
helft einander, zuversichtlich zu bleiben und zu hoffen!
Mit Gottes Hilfe übersteht Ihr diese schwere Zeit,
und ich stehe Euch mit meiner Fürsprache zur Seit!

Am Ende beschenkte der Bischof an der Kirchentür die Großen und Kleinen mit einem Schokoladen-Nikolaus.